Hydrotherapie bei Restless-Legs-Syndrom: Ergebnisse der HYDRAC-Studie (16.04.2025)

Kubasch J., Ortiz M., Binting S., Soll S., Icke K., Dietzel J., Nögel R., Hummelsberger J., Willich SN., Brinkhaus B., Teut M., Siewert J.
Hydrotherapy and acupressure in restless legs syndrome: results of a randomized, controlled, three-armed, pilot study (HYDRAC-study)
a cluster randomized controlled trial protocol.
Front Med (Lausanne). 2025 Apr 16;12:1571045. doi: 10.3389/fmed.2025.1571045. 

Das Restless-Legs-Syndrom (RLS) stellt für Betroffene eine erhebliche Belastung dar, die oft mit massiven Schlafstörungen und einer eingeschränkten Lebensqualität einhergeht. Die randomisierte, kontrollierte Pilotstudie HYDRAC untersuchte die Wirksamkeit nicht-medikamentöser Behandlungsansätze durch Wasseranwendungen und Akupressur.

Studiendesign und Methodik

Die dreiarmige Studie verglich über einen Zeitraum von mehreren Wochen die Effekte von:

  • Hydrotherapie: Speziell nach dem Kneipp-Konzept durchgeführte kalte Knie- und Schenkelgüsse.

  • Akupressur: Die gezielte Stimulation spezifischer Druckpunkte.

  • Kontrollgruppe: Fortführung der herkömmlichen Standardtherapie.

Kernergebnisse

Die Ergebnisse der Studie belegen das Potenzial integrativer Methoden:

  1. Symptomlinderung: Teilnehmer der Hydrotherapie- und Akupressurgruppen berichteten über eine signifikante Reduktion der RLS-Symptomatik im Vergleich zur Kontrollgruppe.

  2. Verbesserte Schlafqualität: Insbesondere die Kaltwasseranwendungen trugen dazu bei, die Einschlafphase zu erleichtern und die Durchschlafqualität zu erhöhen.

  3. Selbstwirksamkeit: Da beide Methoden einfach zu erlernen und kostengünstig zu Hause durchführbar sind, stieg das subjektive Gefühl der Patienten, die Erkrankung aktiv beeinflussen zu können.

Fazit für die Praxis
Die HYDRAC-Studie liefert wichtige Evidenzen dafür, dass physikalische Reize wie kalte Güsse eine wirksame Ergänzung zur konventionellen Therapie darstellen. Für Unternehmen bietet dies einen Ansatzpunkt, betroffene Mitarbeitende durch einfache Anleitungen zur Selbsthilfe zu unterstützen und so die krankheitsbedingte Belastung zu senken.

Weitere Informationen über die Studie finden Sie auch im Interview mit Frau Dr. med. Julia Siewert.
„Integrative Medizin als wirksame Hilfe zur Helbsthilfe (2025)“

Die Original Studie finden Sie in englischer Sprache im Button (pdf).